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10. Mai 2017
Sell in May… ” Wie geht es weiter an den Kapitalmärkten”

Wie geht es wei­ter an den Kapi­tal­märk­ten” Kei­ne Über­ra­schung war für die Anle­ger der Sieg von Ema­nu­el Macron bei den fran­zö­si­schen Prä­si­dent­schafts­wah­len letz­ten Sonn­tag. Die Anle­ger haben bereits damit gerech­net. Die Bör­sen hat­ten ent­spre­chend posi­tiv in der Woche davor reagiert, weil Sie nun nicht mehr mit einem Aus­tritt Frank­reichs aus der EU rech­nen müs­sen. Sind die Kurs­stei­ge­run­gen aber gerecht­fer­tigt” Was kommt jetzt”

Wenn das eine Event abge­ar­bei­tet ist, rich­tet sich der Blick des Mark­tes auf neue The­men. Und die­se The­men könn­ten sich als weni­ger erfreu­lich erwei­sen. Hier eine klei­ne Auf­stel­lung von The­men und Trends, die als nächs­tes ins Blick­feld des Mark­tes gera­ten könn­ten:
· Ende der Divi­den­den­sai­son (“sell in May”-Diskussion)
· Kom­men­de Leit­zins­er­hö­hung im Juni durch die FED
· Schwä­che am Roh­stoff­markt im Ver­gleich zum Ein­druck eines glo­ba­len Kon­junk­tur-Booms
· Bruch des mit­tel­fris­ti­gen Auf­wärts­trends im Shang­hai Com­po­si­te Index (Chi­na)
Nicht zu ver­ges­sen die poli­ti­schen Risi­ken wie Nord­ko­rea und der schwer ein­zu­schät­zen­de Prä­si­dent Trump.

Nach­fol­gend wie­der drei Mei­nun­gen zu den Märk­ten:

Black­rock
“Da die deut­sche Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber und die Wahl in UK aus Sicht der aller­meis­ten Inves­to­ren kei­ne markt­re­le­van­ten Risi­ken dar­stel­len, könn­te sich nach der Frank­reich­wahl nun bis zur Wahl in Ita­li­en ” vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr 2018 ” ein Zeit­fens­ter öff­nen, in dem sich die Märk­te vor allem auf die glo­ba­le kon­junk­tu­rel­le Erho­lung kon­zen­trie­ren kön­nen. Für die Akti­en­märk­te und hier vor allem Zykli­ker- und Value-Titel sind dies sicher kei­ne schlech­ten Nach­rich­ten. Kurz­fris­tig könn­te jedoch eine Ein­schrän­kung gel­ten: Nach dem Wahl­sieg Macrons ist die Wahr­schein­lich­keit von Gewinn­mit­nah­men an den Akti­en­märk­ten nach dem Mot­to “sell-on-good-news” erhöht. Mit dem redu­zier­ten poli­ti­schen Risi­ko und vor dem Hin­ter­grund der star­ken Wirt­schafts­da­ten aus Euro­pa könn­te zeit­nah auch der Druck auf die EZB zuneh­men, ihre expan­si­ve Geld­po­li­tik zu über­den­ken. Wir hal­ten es zwar für unwahr­schein­lich, dass Draghi sei­nen Auf­tritt im nie­der­län­di­schen Par­la­ment Mit­te die­ser Woche für ein ers­tes Zei­chen in Rich­tung “Tape­ring” nut­zen wird. Zu fra­gil bleibt die Infla­ti­on in der Euro­zo­ne. Den­noch wer­den die Erwar­tun­gen an ein bal­di­ges Ende des Anlei­he­an­kauf­pro­gramms in den nächs­ten Wochen zuneh­men. Deut­sche Bund­ren­di­ten könn­ten sich daher durch­aus in abseh­ba­rer Zeit ihrem Jah­res­hoch bei knapp 0,5 Pro­zent annä­hern.”

Sen­tix
“Auf der posi­ti­ven Sei­te sind die noch intak­ten tech­ni­schen Auf­wärts­trends und die Alter­na­tiv­lo­sig­keit von Akti­en im Ver­hält­nis zu Bonds zu nen­nen. Reicht das für eine Fort­set­zung der Hausse und einer Aus­wei­tung des über­ge­kauf­ten Markt­zu­stan­des” Wir müs­sen das aus unse­rer Dis­zi­plin klar ver­nei­nen. Des­halb neh­men wir bei DAX und Euro­STO­XX wie­der eine nega­ti­ve Grund­hal­tung ein. Die Nik­kei-Long-Posi­ti­on behal­ten wir bei, da wir beim Yen noch Abwer­tungs­po­ten­ti­al sehen (wir wech­seln hier jedoch von EUR-JPY auf USD-JPY wegen des “sell the news” Effek­tes im Euro) und Nik­kei und Topix heu­te neue Jah­res­hochs mar­kier­ten. Zudem ist das gemes­se­ne Risi­ko in Japan rela­tiv gering.”

Tech­ni­sche Ana­ly­se DZ Bank
DAX: Mit den mas­si­ven Kurs­ge­win­nen der ver­gan­ge­nen Han­dels­ta­ge stellt sich ein dyna­misch posi­ti­ver Trend­markt beim DAX dar. Die obers­te Prä­mis­se der tech­ni­schen Ana­ly­se lau­tet, dass man sich nicht gegen einen lau­fen­den Trend stel­len soll­te. In Ver­bin­dung mit der kurz­fris­tig deut­lich “über­kauf­ten” Lage soll­te den­noch in die­ser Woche der Über­gang zu einer Ver­schnauf­pau­se nicht über­ra­schen (“Sell The Good News”). Jeg­li­che Kon­so­li­die­rungs­be­we­gung, die dabei ober­halb der letz­ten Aus­bruchs­mar­ke, dem Bewe­gungs­hoch vom 3. April bei 12.375 Punk­ten ver­bleibt, deu­tet dabei unver­än­dert einen dyna­misch intak­ten Auf­wärts­trend an.
S&P 500: Aktu­ell läuft ein erneu­ter Test des All­zeit­hochs um 2.400 Punk­te. Gelingt ein nach­hal­ti­ges Über­win­den, eröff­ne­te sich ein wei­te­res direk­tes Anschluss­po­ten­zi­al bis 2.450 Punk­te. Per­spek­ti­visch mit Blick auf eine fort­ge­setz­te Früh­jahrs-/Som­mer­a­l­ly lässt sich ein Poten­zi­al bis ins­ge­samt 2.530–50 Punk­te ablei­ten. Die­ses posi­ti­ve Chart­bild wür­de sich erst bei einem nach­hal­ti­gen Bruch der 2.320 Punk­te-Mar­ke ein­trü­ben.”

Was neh­men wir hier­aus mit“
Die größ­ten Gefah­ren sind die Ände­rung des Wor­d­ing der EZB (Leitzinserhöhung/Reduzierung der Anlei­hen Käu­fe), was bis­lang noch nie­mand auf dem Bild­schirm hat und im Markt noch nicht auf­ge­nom­men wur­de. Als auch das Ende der Divi­den­den­sai­son und der damit feh­len­den Unter­neh­mens­da­ten. Neben ande­ren The­men die natür­lich auch noch Ein­fluss auf die Vola­ti­li­tät haben. Jedoch soll­te man die Stär­ke der tech­ni­schen Unter­stüt­zung und der guten Unter­neh­mens­da­ten aus dem 1. Quar­tal nicht unter­schät­zen. Mei­ne Vor­ge­hens­wei­se in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung tei­le ich Ihnen ger­ne in einem per­sön­li­chen Gespräch mit.