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16. August 2018
Politische Börsen haben nicht immer kurze Beine

Wie in mei­nem letz­ten Markt­aus­blick avi­siert, sind die Gewit­ter­wol­ken auf­ge­zo­gen und es wur­de in den letz­ten Wochen unge­müt­lich an den Märk­ten. Es waren ver­schie­de­ne The­men die hier Ein­fluss hat­ten. Zuletzt der Kon­flikt zwi­schen den USA und Nord­ko­rea. Nach­dem sich nun jedoch ver­schie­de­ne Staa­ten, allen vor­an Chi­na, für eine Dees­ka­la­ti­on des Kon­flikts ein­ge­setzt hat­ten, hat sich die Stim­mung an den Finanz­märk­ten zu Wochen­be­ginn wie­der etwas beru­higt. Die der­zei­ti­ge Dees­ka­la­ti­on könn­te aber trü­ge­risch sein und Bör­sen wer­den auf geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten wei­ter­hin sen­si­bel reagie­ren. Nach­fol­gend wie­der zwei Mei­nun­gen von Ver­mö­gens­ver­wal­tern und ein Ein­blick in die Chart­tech­nik:

MARS Asset Manage­ment­br
“Die Quar­tals­be­rich­te der euro­päi­schen Unter­neh­men fal­len über­wie­gend gut bis sehr gut aus. Nach­dem etwa 75% der Unter­neh­men berich­tet haben, beträgt das aggre­gier­te Gewinn­wachs­tum sat­te 19%. Aller­dings fand die­ses star­ke Wachs­tum vor allem in den Sek­to­ren Finan­ci­als und Ener­gy statt.

Die­se posi­ti­ven Nach­rich­ten wur­den jedoch durch die Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Nord­ko­rea zunich­te gemacht. Ins­be­son­de­re die Akti­en­märk­te lei­den unter der Ver­un­si­che­rung und ver­zeich­ne­ten Kurs­rück­gan­ge um 2% und mehr. Jedoch sind nicht alle Märk­te gleich betrof­fen: Wäh­rend Akti­en aus den Schwel­len­län­dern, Deutsch­land und Spa­ni­en stär­ker kor­ri­gier­ten, hiel­ten z. B. por­tu­gie­si­sche Akti­en nahe­zu ihr Niveau. Aus Port­fo­li­o­sicht hat sich dar­über hin­aus die Posi­tio­nie­rung in Hoch­zins­an­lei­hen und Unter­neh­mens­an­lei­hen Invest­ment Gra­de aus­ge­zahlt, die sich die­ser Bewe­gung ent­zie­hen konn­ten.”

Merk Fink Pri­vat­ban­kiers
“Inves­to­ren soll­ten sich auf höhe­re Vola­ti­li­tät ein­stel­len. Da die Ren­di­ten län­ger lau­fen­der Anlei­hen ten­den­zi­ell stei­gen und die Ren­di­ten am kur­zen Ende nega­tiv blei­ben, raten wir, nicht zu viel Liqui­di­tät zu hal­ten, zumal das wirt­schaft­li­che Umfeld robust bleibt. Wir hal­ten das Ren­di­te-Risi­ko-Ver­hält­nis von kurz­lau­fen­den Euro­land-Hoch­zins­an­lei­hen für attrak­tiv und hal­ten die­se daher für sinn­voll zur Port­fo­lio-Bei­mi­schung. Einer­seits las­sen sich damit dank der Zins­auf­schlä­ge posi­ti­ve Ren­di­ten erzie­len, ande­rer­seits bleibt das bei einem Anstieg der zugrun­de lie­gen­den Zins­sät­ze vor­han­de­ne Risi­ko begrenzt. Zudem glau­ben wir, dass der Auf­wärts­trends von risi­ko­be­haf­te­ten Anla­ge­for­men noch nicht vor­über ist. Bei Akti­en füh­len wir uns jedoch auch aus sai­so­na­len Grün­den trotz des­po­si­ti­ven kon­junk­tu­rel­len Umfelds mit unse­rer ins­ge­samt neu­tra­len Gewich­tung wei­ter­hin rich­tig.”

Chart­tech­nik
Der DAX konn­te sich von der Unter­stüt­zung 11.941 lösen und bis 12.194 stei­gen. Es kam zum VDAX Crash (-30″% vom Frei­tags­hoch), “Big Bän­ker” lös­ten also mas­siv Puts auf, die ihre gro­ßen Akti­en­pa­ke­te im Fal­le eines ein­bre­chen­den DAX schüt­zen soll­ten. Die Big Bän­ker schät­zen also seit Frei­tag­mit­tag die DAX Abwärts­ri­si­ken als äußerst gering ein. Von 12.110/12.100 gibt es gute Anschluss­ral­ly Chan­cen, vor allem bis 12.305/12.338. Unter­halb von 11.940 und erst recht unter 11.935 wür­de das Chart­bild für das Ansteu­ern von 11.800 spre­chen.

Fazit: Die Grund­stim­mung bleibt bis­lang posi­tiv. Trotz­dem soll­te man mit wei­te­ren grö­ße­ren Schwan­kun­gen rech­nen und auch auf eine Aus­wei­tung des Kon­flikts zwi­schen USA und Nord­ko­rea vor­be­rei­tet sein. Poli­ti­sche Bör­sen haben näm­lich nicht immer kurz Bei­ne.

In die­sem Sin­ne wün­sche ich uns, dass die Poli­tik mit Bedacht agiert und wir uns wie­der mehr auf die fun­da­men­ta­len Daten kon­zen­trie­ren kön­nen.