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15. Dezember 2017
ETF werden Opfer Ihres Erfolges

Deut­sche Anle­ger set­zen immer mehr auf ETF. Doch was sind ETF” ETF steht für Exchan­ge Tra­ded Fund, zu Deutsch: Index­fonds. Das sind Anla­ge­ve­hi­kel, die einen Index wie den DAX eins zu eins abbil­den. In den Augen vie­ler Spa­rer steht die Abkür­zung ETF für ein­fach, trans­pa­rent und fle­xi­bel. Mit den Pro­duk­ten kön­nen sie in gan­ze Anla­ge­uni­ver­sen in einem Papier kos­ten­güns­tig inves­tie­ren. Außer­dem erhal­ten Sie die Per­for­mance des Index eins zu eins. In posi­ti­ven als auch in nega­ti­ven Zei­ten.

Index­fonds wer­den aller­dings gera­de Opfer ihres Erfol­ges. Die rie­si­ge Nach­fra­ge macht sie plötz­lich gefähr­lich. Die Anbie­ter bzw. die Anla­ge­ve­hi­kel gehö­ren zu den mäch­tigs­ten Spie­lern an den Bör­sen. Es steigt die Gefahr von Preis­bla­sen und Kurstur­bu­len­zen. Mehr noch: Die Anbie­ter nut­zen den Boom und brin­gen immer exo­ti­sche­re Pro­duk­te auf den Markt. Das eins­ti­ge Wun­der­pro­dukt kann schnell zum Minus­ge­schäft wer­den. Nur wer eini­ge Regeln beach­tet, kann wei­ter ent­spannt in ETFs inves­tie­ren.

Wenn Assets mit dem Auto­pi­lot ver­wal­tet wer­den, kann es schnell zu Exzes­sen kom­men. Zunächst wür­den alle in einen Markt ein­stei­gen und ihn nach oben trei­ben. Es ist aber nicht klar, wo die Index­fonds ihre Käu­fer fin­den sol­len, wenn es mal zu einem grö­ße­ren Aus­ver­kauf kommt. Das Pro­blem ist, dass seit der Leh­mann Kri­se in 2008 vie­le Han­dels­part­ner (Ban­ken) weg gefal­len sind. Es gibt weni­ger Ban­ken und weni­ger Insti­tu­te, die einen eige­nen Han­del haben auf­grund der Eigen­ka­pi­tal­vor­schrif­ten.

Der Boom bei den Index­fonds ist Segen und Fluch zugleich. Ein für Pri­vat­an­le­ger eigent­lich sinn­vol­les und inno­va­ti­ves Pro­dukt rufe immer mehr Anbie­ter und Nach­ah­mer auf den Plan, die immer has­ti­ger neue ETFs lan­cie­ren, die am Ende gar nicht mehr Spa­rern die­nen.

Anle­ger soll­ten sich nicht ver­un­si­chern las­sen, son­dern ein paar wich­ti­ge Regeln beach­ten. Sie soll­ten ihr Geld ledig­lich in markt­brei­te und liqui­de Indi­zes wie den Welt­in­dex MSCI World, den Deut­schen Akti­en­in­dex oder den euro­päi­schen Sto­xx inves­tie­ren. Hier ist die Gefahr gerin­ger, dass durch eine Mas­sen­pa­nik die Kur­se cras­hen. Bei der Aus­wahl des Anbie­ters soll­te nicht allein die Kos­ten­quo­te aus­schlag­ge­bend sein, denn hier unter­schei­den sich die Ange­bo­te mar­gi­nal.

Wich­tig ist es, mit wel­cher Güte die Anbie­ter den jewei­li­gen Index nach­bau­en. Eini­ge bil­den die Indi­zes phy­sisch nach, ande­re syn­the­tisch durch soge­nann­te Tausch­ge­schäf­te mit ande­ren Ban­ken. Letz­te­res kann die Per­for­mance etwas auf hüb­schen, ist jedoch etwas ris­kan­ter. Ab Janu­ar 2018 haben unter ande­rem phy­si­sche Akti­en-ET noch einen Steu­er­vor­teil von bis zu 30%. Wie bei vie­len Din­gen kommt es auf die Details dar­auf an.

Zu guter Letzt soll­te man auch in ande­re Invest­ment­lö­sun­gen wie akti­ve Fonds, Akti­en und Anlei­hen inves­tie­ren. Anla­gen breit streu­en ist nach wie vor Gold wert.