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10. Februar 2019
Die Tücken der Anschlussfinanzierung bei Immobiliendarlehen

Im Zuge der Finanzplanung ist es nicht nur wichtig, das liquide Anlagevermögen in regelmäßigen Abständen anzuschauen. Auch der Bereich Finanzierungen bzw. Kredite sind Bausteine, die einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen sollten. Bei vielen bleiben die privaten Finanzangelegenheiten aufgrund von stressigen Jobs, privaten Themen und familiären Verpflichtungen auf der Strecke.

Dieses kann in einigen Fällen teuer werden. Insbesondere dann, wenn man vergessen hat, dass die ursprüngliche Finanzierung ausgelaufen ist – die Bank diese jedoch mit einem happigen Kostenaufschlag um weitere fünf Jahre verlängert hat. In manchen Hypothekenverträgen steht eine Klausel, dass sich der Kredit um weitere fünf Jähre zu einem hohen Zinssatz verlängert, sollte nach 15 Jahren die Restschuld nicht vollständig getilgt oder eine Anschlussfinanzierung ausgehandelt worden sein.

Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig um seine Anschlussfinanzierung zu kümmern bzw. jemanden an seiner Seite zu haben, der unabhängig darauf schaut und im besten Fall sogar noch eigenständig daran denkt.

Die oben genannten Knebelkonditionen sind jedoch nicht die Regel. Normalerweise wird der Kredit nach Ende der Laufzeit zu variablen Zinsen fortgeführt. Bei Hypothekendarlehen mit variablem Zins erheben die Banken dabei einen Aufschlag, der von Institut zu Institut unterschiedlich ausfällt. Die Zinssätze für variable Darlehen liegen jedoch deutlich über denen von Hypothekenkrediten mit fester Laufzeit.

Immobilienbesitzer, die es verpasst haben, ihren Hauskredit rechtzeitig zu refinanzieren und in ein automatisches Anschlussdarlehen mit variabler Zinsbindung gerutscht sind, können ihre Finanzlage schnell wieder ordnen. Alle drei Monate sind die Darlehen mit variablem Zinssatz kündbar. Betroffene Eigentümer haben damit die Möglichkeit, in dieser Zeit einen neuen Kreditvertrag mit festem, niedrigerem Zinssatz über die Restschuld abzuschließen.

Häufig bieten jedoch Mitbewerber bessere Konditionen als der bisherige Kreditgeber, um ein Neugeschäft zu generieren. Welche Auswirkungen bereits Unterschiede im Nachkommabereich bei den Zinskonditionen haben, zeigt eine Beispielrechnung über die Anschlussfinanzierung über einem Betrag von 100.000 Euro. Bei einer jeweils identischen Monatsrate von 525 Euro verbleibt nach zehn Jahren bei einem Zinssatz von 1,3 Prozent nur noch eine Restschuld von 46.635 Euro. Bei einem Zinssatz von 1,6 Prozent sind nach dieser Zeit hingegen noch 49.068 Euro offen. Aus der scheinbar geringen Differenz von 0,3 Prozentpunkten ergibt sich somit ein Betrag von 2.433 Euro, den der Nutzer des Kreditangebots mit dem tiefsten Zinssatz gegenüber der im Vergleich teuersten Offerte einspart. Diese Ersparnis kann man besser in einen Wertpapiersparplan oder eine Vermögensverwaltung anlegen.

Ein Bankwechsel ist weder aufwendig noch teuer. Kosten fallen für die Löschung des alten und die Eintragung des neuen Gläubigers im Grundbuch an. Abhängig von der Höhe der Restschuld handelt es sich dabei um Beträge zwischen zumeist 150 und 350 Euro – mithin deutlich weniger, als sich durch eine zinsgünstigere Anschlussfinanzierung einsparen lässt.

Es gibt jedoch noch mehr Punkte, die man berücksichtigen muss, zum Beispiel steuerliche und rechtliche Themen. Daher rate ich dazu, sich professionelle unabhängige Unterstützung zu suchen.