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2. Februar 2018
Ausblick 2018

Auch in diesem Jahr möchte ich in regelmäßigen Abständen einen Ein- bzw. Ausblick zu den Kapitalmärkten geben. Wie üblich werden zu Anfang des Jahres wieder eine ganze Menge an Prognosen für den Kapitalmarkt abgegeben. Das Handelsblatt befragte in der traditionellen Kapitalmarktprognose 32 Experten zu ihren Einschätzungen für das Jahr 2018. Im Mittel wird ein DAX-Stand von 14.000 Punkten zum Jahresende erwartet. Sich auf die dort getroffenen Aussagen zu verlassen ist vielleicht nicht die beste Idee. Denn die Prognosen des Januars sind die Fehlprognosen des Dezembers. KEINER der Befragten in 2017 hat auch nur annähernd den richtigen DAX-Stand oder anderer Börsen vorhergesagt. Wie auch “ die Zukunft kennt nun mal keiner.

Jedoch sind die Prognosen und Analysteneinschätzungen wichtig um sich ein Bild zu machen, wie die Banken und Asset Manager agieren werden und so einen entsprechenden Trend zu erkennen.

Nachfolgend stelle ich Ihnen drei Einschätzungen vor:

JP Morgan
„Wir sehen nur wenig Anlass zu unmittelbarer Besorgnis. Die Erholung mag zwar inzwischen „in die Jahre gekommen“ sein, es besteht jedoch noch Spielraum für eine weitere Expansion “ sowohl in Europa als auch in den Schwellenländern. Wenn überhaupt, dann klingen die makroökonomischen Risiken derzeit ab, und es besteht sogar Aufwärtspotenzial, wenn sich die Produktivität parallel zur Handels- und Investitionstätigkeit wieder belebt. Selbst in den USA, wo der Zyklus eine reifere Phase erreicht hat, sind die Frühindikatoren weiterhin stark und deuten auf robuste Unternehmensgewinne hin. Alles in allem bereitet uns die Möglichkeit, dass sich diese „Goldlöckchen“- Expansion 2018 überhitzen könnte, die größeren Sorgen. Dass sie ins Stocken gerät, halten wir derzeit eher für unwahrscheinlich. Wir sehen kaum Gründe, die Positionierung des Portfolios, das seinen Schwerpunkt auf Risikoanlagen setzt, zu verändern. Angesichts der Tatsache, dass derzeit sämtliche Marktsegmente teuer erscheinen, bevorzugen wir Aktien auch weiterhin gegenüber Kreditwerten, denen wir wiederum den Vorzug gegenüber Staatsanleihen geben. Barmittel dürften im kommenden Jahr einmal mehr eine negative Realrendite liefern.“

DWS
„Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse in den USA, in Europa und in den Schwellenländern liegen über ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt. Eine Warnung vor größeren Korrekturen“ Dagegen spricht, dass die Weltwirtschaft und die Unternehmensgewinne auch 2018 moderat wachsen sollten. Zudem bleibt die Inflation niedrig, was den Zinsanstieg begrenzen dürfte. Aktien bleiben damit in Relation zu Anleihen attraktiv bewertet. Anleger sollten allerdings mit zunehmenden Kursschwankungen rechnen.“

Merck Finck Privatbankiers AG
„Möglicherweise sind die Zinssätze weltweit an einem Wendepunkt angelangt, was bedeuten würde, dass die Zeit der ultralockeren Geldpolitik allerorts endlich Früchte getragen hat. Das welt-wirtschaftliche Wachstum beschleunigt sich und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Zinssätze als Reaktion darauf weiter steigen werden. Auch die Europäische Zentralbank gab Drosselungspläne bekannt und auch die chinesische Notenbank schlägt einen strafferen geldpolitischen Kurs ein. Die Märkte haben gelassen darauf reagiert. Die Zinsschritte wurden mit ausreichend Vorlauf angekündigt und die Zentralbanken haben betont, dass der Prozess allmählich vonstattengehen werde, weil kein Inflationsdruck vorhanden sei und eine unerwünschte Währungsabwertung vermieden werden solle. Wir gehen nicht davon aus, dass dieser Trend eine große Bedrohung für die weltweiten Aktienmärkte darstellen wird, aber das Risikoprofil von Anleihen verschlechtert sich dadurch. Wir sind aufgrund des Drucks auf die Zinsaufschläge besonders vorsichtig bei Unternehmensanleihen, die wir unter-gewichten. Mit historisch gesehen normaleren Zinssätzen haben die USA eine größere Chance, eine Inflations-, Kredit- oder Vermögensblase zu verhindern, die dazu führen könnte, dass der Konjunkturzyklus wieder auf Anfang gesetzt wird. Dass der Konjunkturhöhepunkt noch nicht erreicht ist, kommt der Stärke der Märkte in den USA und anderen Ländern zugute.“

Wir haben nun drei Meinungen von renommierten Banken/Asset Manager gehört. Wie soll man sich also positionieren“ Ein guter Punkt ist es, dem Trend zu folgen, denn er zeigt den Weg des geringeren Widerstandes. Und dieser verläuft momentan aufwärts. Natürlich sollte man niemals vergessen, dass Risiken immer da sind, auch wenn die Märkte scheinbar ruhig sind. Deshalb bleibe ich auch in diesem Jahr dabei, eine breite Diversifikation mit ausgewählten Investments und Absicherungen sind der richtige Weg. Dies hat im letzten Jahr die sehr erfreuliche Performance in der Vermögensverwaltung geliefert.

Abschließend wünsche ich nun noch einen guten Start in das Jahr 2018.
Viele Grüße aus Bad Homburg